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Alte Postkarten aus Laubach

Im Zeitalter der digitalen Bild- und Textnachrichten wird sie nur noch selten versandt – die gute alte Ansichtskarte. Dabei war sie im Urlaub das bevorzugte Mittel der Wahl, um die Daheimgebliebenen neidisch zu machen. In alter Zeit wurde die Postkarte mit Bild auch im Alltag verschickt, denn das Porto war billiger als bei den Briefen. Das ermöglicht uns Nachgeborenen manchen Einblick in historische Stadtbilder. 100- bis 140-jährige  Ansichtskarten zeigen uns die damaligen Marktplätze, Kirchen, Gasthöfe, Schulen und anderes mehr und bieten uns die Gelegenheit zum Vergleich mit jetzt.

Das Laubacher Museum Fridericianum lädt ein zum Erzählcafé am 16. März 2024 um 15 Uhr – „Eine Reise in die Vergangenheit mit historischen Postkarten aus Laubach“. Die Kunsthistorikerin Sabine Scheele-Brenne wird die Entwicklung der Ansichtskarte schildern und historische Ansichtskarten aus dem Kreisarchiv und dem Museum Fridericianum vorstellen. Die Gäste sind aufgefordert, eigene alte Postkarten mitzubringen und darüber ins Gespräch zu kommen. Der Nachmittag findet statt in Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule und dem Kreisarchiv des Landkreises Gießen.

Schwarz-rot-gold – Plakat und Fahne im Laubacher Museum Fridericianum

Schwarz-rot-gold, mit diesen Farben habe Frau F. lange nichts anfangen können. „Mit Fahnenschwenken erst recht nichts.“  Bis sie in der Welt rum kam und  in anderen Ländern den unbeschwerten und fröhlichen Umgang mit den Farben und Flaggen der Nationen erlebte. 2006 zur Fußball-WM sprang dann der Funke über. Deutlich freute sich ganz Deutschland mit Partys und Fähnchen über die Siege seiner Mannschaft genauso wie über die Siege der Kontrahenten. Das nahm Frau F. zum Anlass, sich mit der Geschichte der Farben der Nation zu befassen. Zunächst tauchte die Flagge in dieser Form 1832 auf dem Hambacher Fest auf. Gewaltfrei, freiheitsliebend, liberal und demokratisch sollten sich Europa und in  seiner Mitte das vereinte Deutschland entwickeln. Diese Symbolik sollten die Farben in Deutschland behalten. 1924 wurde der „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“  gegründet. Sein Ziel: Verteidigung von Republik und Demokratie gegen die Staatsfeinde von rechts, gegen die Deutschnationalen, die Monarchisten und die Hitleristen. 1925 traten Laubacher Sozialdemokraten dem Schutzbund bei. Der neue Ortsverein des Reichsbanners ließ sich eine eigene Fahne drucken und führte sie bei Demonstrationen mit sich. Seitdem wohnt die Fahne beim jeweiligen Vorsitzenden des Ortsvereins der SPD Laubach. Sie zu beherbergen, ist eine Ehre. Die Sozialdemokraten schätzen sich glücklich, dass ihre Fahne über das NS-Regime  hinweggerettet werden konnte, sollte sie doch den Nationalsozialisten zur Zerstörung ausgehändigt werden. Das verhinderte 1933 die Familie von Ludwig Wagner, SPD-Vorsitzender. Die Fahne wurde unter den Dielen der Stube versteckt und erst bei der Befreiung 1945 wieder hervor geholt.

Dieser Tage besuchte Hartmut Roeschen, Vorsitzender der SPD Laubach, das örtliche Museum Fridericianum mit der Original-Fahne von damals und erinnerte sich gemeinsam mit der Museumsbeauftragen Elisabeth  Rößler an die Gründung des Reichsbanners vor 100 Jahren und  an den „Republikanischen Tag“ – Plakat hängt im Museum – , den das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold 1925 in Laubach veranstaltete.